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Unsere Firmengeschichte
1892 Drucken E-Mail
Anfang der neunziger Jahre, vermutlich 1892, änderte Sauer sein Traktursystem. Hatte er bisher seine Orgeln stets mit mechanisch angesteuerten Kegelladen ausgerüstet, ging er nun schrittweise zur Pneumatik über. Die Gründe dafür lagen auf der Hand: die immer mehr von der Kundschaft geforderten Großorgeln für Dome und Kirchen, aber auch für Konzertsäle ließen sich nicht mehr mechanisch steuern. Dieses Traktursystem war an seiner Leistungsgrenze angekommen; auch andere Orgelbauer waren schon zur Pneumatik übergegangen. Der 1892 in den Betrieb eingetretene Paul Walcker brachte die entscheidenden Impulse ein.
 
1893 - 1900 Drucken E-Mail
Zahlreiche Orgeln verließen die Werkstätten. Wilhelm Sauer stand auf dem Höhepunkt seines Lebenswerkes. Auszeichnungen und Ehrungen wurden ihm im Laufe der kommenden Jahre in großer Zahl zuteil. Von den überaus vielen Auszeichnungen durch allerhöchste Persönlichkeiten und den vielen Ehrengeschenken hat sich nur ein einziges bis heute erhalten: ein kleiner silberner Becher, der ihm zur Einweihung der neuen Orgel in Dorpat von der dortigen Kirchenleitung überreicht worden war. Um 1900 erwarb Sauer das Grundstück Leipziger Straße 1, das als Holzplatz genutzt wurde.
 
1901 - 1910 Drucken E-Mail

1901 - 1910

Der inzwischen 70jährige Sauer war unermüdlich auf Reisen: u. a. Holland, Rheinland, Leipzig, Driesen, Nauheim. Die Ehrungen für sein Lebenswerk häuften sich in den letzten Jahren seines Schaffens. So erhielt er u. a.: Roter Adlerorden (1899), Verdienstorden für Kunst und Wissenschaft (1899), Kroneorden (1901), Medaille für Kunst und Wissenschaft (1905), Roter Adlerorden mit Schleife (1906), Ritterkreuz (1909).

Sauer revanchierte sich auf seine Art für die vielen Aufmerksamkeiten. So stiftete er Orgeln für die Pfingstkapelle in Potsdam, für das Blindenheim der Hermann-Schmidt-Stiftung in Königswusterhausen, für die katholische Erlöserkapelle in Mirbach, für das Lutherstift in Frankfurt (Oder) und für seine Heimatgemeinde in Schönebeck. Für die Orgel der Garnisionskirche in Berlin stiftete er das Fernwerk.

1906 wurde Sauer Mitglied im "Verband der Orgelbaumeister Deutschlands" und wurde von der ersten Vollversammlung in dessen Vorstand gewählt.

Am 09. April 1916 starb Wilhelm Sauer. 1100 Orgeln waren in der Zeit von 1857 - 1910 durch ihn und seine Mitarbeiter in allen Teilen Deutschlands, in vielen Ländern Europas und einige sogar in Südamerika und Asien gebaut worden.

 
1910 - 1917 Drucken E-Mail
W. Sauer - Inh. Paul Walcker, lautete ab dem 01. Oktober 1910 der neue Firmenname. Paul Walcker war zu diesem Zeitpunkt selbst bereits 64 Jahre alt. In technischer Hinsicht ging er neue Wege. Hatte Sauer an seiner Kegellade festgehalten und nur eine bisher nachweisliche Taschenlade (im Rückpositiv der Berliner Dom-Orgel) gebaut, wandte sich Walcker zunehmend diesem Ladensystem zu und baute die pneumatische Traktur, nicht wie unter Sauer als Zustrom- sondern als Ausstromsystem. Auch baute Walcker erstmals 1913 für die Orgel der Breslauer Jahrhunderthalle eine elektrische Traktur. Als 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach, gingen die Aufträge zurück, und im Sommer 1917 übergab Walcker den Betrieb an seinen Neffen Oscar Walcker aus Ludwigsburg. In diesen sieben Jahren waren etwa 90 Orgeln gebaut worden.
 
1917 - 1923 Drucken E-Mail
Am 5. September 1917 übertrug Oscar Walcker die Geschäftsführung an den Orgelbaumeister Karl Ruther. Es war ein schwerer Anfang, doch im Laufe der Jahre entwickelte sich der Betrieb dank der umsichtigen Führung zu einem leistungsfähigen Unternehmen. Zuerst wurden die betrieblichen Einrichtungen modernisiert; der alte Dampfkessel war unbrauchbar geworden. Die zentrale Kraftquelle für die maschinelle Fertigung wurde entfernt, die Maschinen wurden nun einzeln mit elektrischem Strom angetrieben; man schrieb das Jahr 1919. Während der Inflation gelang es, Orgeln ins Ausland zu verkaufen, besonders nach Holland, Schweden und Norwegen.
 
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Ernst Sauer, 1856, Evang. Kirche Cölpin
Die Orgel in der Evangelischen Kirche zu Cölpin  wurde 1856 durch den Orgelbauer Ernst Sauer erbaut...
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